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Energieaudit oder Energiemanagement System: Drei rechtliche Gründe für die Durchführung

18.02.2016 07:30:00 von David Wagenblass

Energieaudit und Energiemanagement

Je nach Unternehmensgröße ist die Durchführung eines Energieaudits in Gewerbe und Industrie nach DIN EN 16247-1 oder die Einführung eines Energiemanagement Systems nach ISO 50001 erforderlich bzw. verpflichtend. Denn nur so können Vergünstigungen bei Umlagen und Abgaben in Anspruch genommen oder schlicht die gesetzlichen Anforderungen des Gesetzes über Energiedienstleistungen (EDL-G) zur Vermeidung eines Bußgelds erfüllt werden.

1. Stromsteuerspitzenausgleich (nach §10 StromStG und §55 EnergieStG)

Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe können ihre Stromsteuer (2,05 ct/kWh) und die Energiesteuer (z.B. Erdgas 0,55 ct/kWh) über den sog. Spitzenausgleich reduzieren. Abhängig von der Unternehmensgröße sind dabei Einsparungen von mehreren Tausend Euro möglich.

Der Spitzenausgleich wird seit 2013 nur noch dann gewährt, wenn ein Unternehmen nachweist, dass es spätestens im Antragsjahr die Einführung eines Systems zum Energiemanagement nach ISO 50001 bzw. eines Umweltmanagementsystems nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) begonnen oder bereits abgeschlossen hat. Ab dem Antragsjahr 2016 muss nachgewiesen werden, dass das Unternehmen ein Energie- oder Umweltmanagementsystem betrieben hat. Der Antrag auf Steuerrückerstattung erfolgt dann beim Hauptzollamt. Zusätzlich muss für die Gewährung des Spitzenausgleichs seit 2015 die Branche des produzierenden Gewerbes seine Energieintensität in der Summe reduzieren.

Seit dem Antragsjahr 2015 gilt die Nachweisführung im Regelverfahren (§ 4 SpaEfV), sprich ISO 50001 oder EMAS.

Als Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) gelten per EU-Definition alle Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und bis zu 50 Mio. Euro Jahresumsatz bzw. bis zu 43 Mio. Euro Bilanzsumme.

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2. Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G)

Mit diesem Gesetz hat die Bundesregierung die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie zur Energieeffizienz teilweise erfüllt. Diese Richtlinie sieht vor, dass die Energieeffizienz in der EU bis zum Jahr 2020 um 20% steigen soll. Durch das EDL-G wurden alle Nicht-KMU zur Durchführung eines Energieaudits, erstmalig bis 05.12.2015, verpflichtet. Das Audit muss nun alle vier Jahre wiederholt werden. Dabei handelt es sich nicht um eine Kann-Vorschrift wie beim Steuerspitzenausgleich, sondern um eine gesetzliche Verpflichtung, die bei Nicht-Erfüllung mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet wird. Ergänzend hierzu können Sie auch meinen Blogbeitrag zur Energieaudit Pflicht lesen.

Alternativ zum Energieaudit kann die Industrie aber auch ein System zum Energiemanagement nach ISO 50001 oder EMAS einführen, dann gilt eine verlängerte Umsetzungspflicht bis zum 31.12.2016.

3. Besondere Ausgleichsregelung (nach §63 ff. EEG 2014)

Durch diese alternative Regelung haben stromintensive Unternehmen die Möglichkeit, eine deutliche Reduzierung der EEG-Umlage zu erreichen. Dafür ist neben dem Vorliegen eines Stromverbrauchs von mehr als 1 Mio. kWh pro Jahr auch eine gewisse Stromkostenintensität (Verhältnis Stromkosten zu Bruttowertschöpfung des Unternehmens) notwendig.

Unternehmen mit einem Gesamtstrombezug von 1-5 Mio. kWh pro Jahr können alternativ

  • ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchführen
  • oder einen Begutachter-Nachweis zur Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen nach Anlage 2 SpaEfV einführen.

Bei einem Gesamtstrombezug des Unternehmens von über 5 Mio. kWh setzt die besondere Ausgleichsregelung jedoch zwingend das Vorhandensein eines zertifizierten Systems für Energiemanagement nach ISO 50001 oder EMAS voraus.

Wir haben Ihnen in einer anschaulichen Tabelle einen Vergleich von DIN-EN 16247-1 und ISO 50001 zusammengestellt. Mit einem Klick auf den Link können Sie sich diese sofort laden.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Whitepaper zur Reduzierung der EEG-Umlage.

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Themen: Energieberater, Energieaudit, Energiemanagement-System

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland.

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